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movgp0
in den vergangenen tagen entspann sich in meinem bekanntenkreis die alte debatte um den sozialstaat. es fielen sätze wie "nur wer etwas leistet soll auch etwas bekommen".

nun, was leisten wir denn? man wächst in den industrienationen auf mit dem glauben, man solle nie aufhören anzufangen. was aber tun wir hier eigentlich? die angeblichen leistungsträger dieser gesellschaft verschieben fiktives geld, die welt ertrinkt in staatsschulden während es immer noch menschen mit eigenen flugzeugen gibt.
ich kann und will nicht verstehen, wieso man uns immer noch suggeriert, wir sollten parteien wählen, die "arbeitsplätze schaffen". technisierung ist dazu da, dass maschinen unsere arbeit in grossen teilen übernehmen; wie man menschen ohne lohnarbeit dafür bestrafen kann, dass die industrie ihre arbeitsplätze vernichtet hat, ist mir ein rätsel, vor allem, weil wir immer noch ein wirtschaftwachstum haben.
nun streiten sich heutzutage arbeitslose mit alleinerziehenden, den prekär beschäftigten und den rentnern darum, wer von diesen gruppen allen anderen am meisten zur last fällt. ermöglicht wird dies durch ein konglomerat von medien, politk und lobbyismus, das dermassen intransparent und vernetzt ist, dass es selbst gebildeten menschen schwerfällt, zwischen all den angeblichen nachrichten und fakten einen bruchteil der wahrheit zu erspähen.

als beispiel: selbst die, die hierzulande glauben, sie würden etwas leisten, tragen in der regel aktiv nichts zur produktion unserer lebensmittel und sonstigen konsumgüter bei. wir sitzen in büros und wälzen akten, debattieren auf mehr oder minder hohem niveau über die probleme der welt, während anderswo menschen verhungern. unsere lebensmittel bauen wir nicht selbst an, wer kann leistet sich eine putzkraft und trotz fukushima interessiert es kaum jemanden, wo der strom aus der steckdose eigentlich herkommt. wir sind zumeist mehr teil des problems als teil der lösung, halten unsere sogenannte ziviliation aber für die krone der schöpfung. die finanziell am besten gestellten leben hinter natodraht und mauern, mit wachpersonal und kameras. das ist keine freiheit, das ist knast.

wo wir gerade bei knast sind: 100 millionen wanderarbeiter in china, die mit ihren familien (kinder, eltern, grosseltern) sicher locker 70% der bevölkerung dort repräsentieren, leben in absoluter armut für dinge, die wir nicht brauchen.
die würde der menschen dort endet mit den netzen zwischen den hochhäusern, die die arbeiter am selbstmord hindern.

in meinen augen sind die menschen in der industrialisierten welt das lebensunfähigste, was die geschichte jemals hervorgebracht hat; wir sind meister darin, massenvernichtungswaffen herzustellen und eine technische infrastruktur zu entwickeln, die die ganze menschheit versklavt.
wir haben hochentwickelte wissenschaften, aber die sehen in meinen augen so aus, als würde man bei einem puzzle mit 10.000 teilen nur die einzelteile betrachten und jeden punkt einzeln analysieren und darüber vergessen, das gesamtbild zu sehen.

wir müssen anfangen aufzuhören menschen in schubladen zu stecken, unseren egoismus höher zu bewerten als das wohl aller. wir müssen aufhören in monetärem überfluss reichtum zu sehen. der wahre reichtum liegt in einer welt gleichberechtigter menschen, die von selbst einsehen, dass alle mehr davon haben, wenn man sich selbst einschränkt und freigiebig teilt.
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Schweinderl